
Foto: Maïscha Souaga
Das Magazin #4 ist draußen!
Das vierte und (vor)letzte Magazin beschäftigt sich unter dem Titel „Baustelle Billhorner Platz“ mit den Ergebnissen der Umfrage aus dem Sommer 2025. In drei verschiedenen Formaten gibt das Magazin Stimmen und Wünsche aus der Nachbarschaft und anderen Interessierten in Zahlen, Bildern und als Testspiel wieder. So könnt ihr euch auf 80 Seiten durch Grafiken, O-Töne und beschreibende Texte, einen Bildband und Einblicke in den Bouleplatz als Testspielt blättern.
Neben einem Exkurs von Tina Unruh (HSBK) zum Thema Baustellen werden auch die neuen Planenden am Billhorner Platz vorgestellt. Heidrun Book vom Bezirksamt-Mitte, Lena Kallischko von der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen und Alexander Teichmann von der Billebogen Entwicklungsgesellschaft werden den Billhorner Platz aktiv mitgestalten.
Wir blicken auf insgesamt drei Jahre Billhorner Platz und gemeinsame Begehungen, Spaziergänge, Austausch und Testspiele zurück und verabschieden uns mit der vierten Ausgabe langsam aus dem Prozess rund um den Billhorner Platz. Gleichzeitig sind wir aber auch ganz vorfreudig auf die kommenden Jahre des Transformationsprojektes Rothenburgsort mit der Frage: was bleibt vom und am Billhorner Platz?
Magazin #4 - Baustelle Billhorner Platz ist ab sofort an der Anlaufstelle am Billhorner Platz, im Mikropol, in ausgewählten Läden, Imbissen und Restaurants in Rothenburgsort und per E-mail an hallo@billhornerplatz.de erhältlich.





Im Übergang der beiden Projektphasen Testspiele #1, #2, #3 und jetzt aktuell #4 haben wir eine große mehrsprachige Umfrage im Stadtteil Rothenburgsort gemacht. Diese war von Ende Dezember 2024 bis Ende Februar 2025 zugänglich. Über Haustürbriefe, vor Ort Befragungen, Social Media und mündlicher Weitergabe sind wir auf Sie als Bewohner:innen dieses “Dorfes in der Stadt”, wie es teilweise in der Umfrage heißt, zugegangen. Die Resonanz war äußerst groß: Über 500 Personen von Ihnen haben uns Einblicke in Ihre Alltage und Lebensrealitäten in Rothenburgsort gewährt. Und über 90% von Ihnen kennen den Billhorner Platz! Das freut uns sehr, denn dies zeigt, dass unser Vorhaben einen Platz aus der bereits geplanten Zukunft in die Gegenwart zu holen, funktioniert. Dadurch, dass Sie uns Ihre Erfahrungen, Meinungen, Wünsche und Sorgen geteilt haben, erlaubt es uns im Weiteren daraus einen Bezugsrahmen und ein Möglichkeitsfenster aufzuziehen, um anhand dessen zu diskutieren was in Rothenburgsort in Zukunft verändert werden soll und was so bleiben soll wie es ist.


Die Umfrage hatte 27 Fragen und war in vier beziehungsweise fünf Teile unterteilt. In einem Anfangsteil ging es um allgemeine Angaben wie Ihre demografischen Daten. Dabei ist uns in der Abfrage der demografischen Angaben insbesondere aufgefallen, dass das Angebot, Zugang zur Umfrage über verschiedene Sprachen zu erhalten, eingelöst wurde. Rothenburgsort ist mehrsprachig und divers und es ist besonders lohnenswert, möglichst unterschiedliche Zugänge zu schaffen, um das Wissen der Vielen zu hören und die nächsten Planungsschritte darauf aufzubauen. In dem ersten Teil fragten wir Sie danach, wie lange Sie in Rothenburgsort wohnen, arbeiten oder den Stadtteil besuchen. Auch hat uns interessiert, was es genau ist, das Sie an diesem Stadtteil schätzen. Aufgefallen ist uns dabei vor allem die Erwähnung der grünen Flächen wie natürlich dem Entenwerder Park, aber auch in der Stresowsiedlung, außerdem die Nähe zur Elbe und gleichzeitig eine besondere Gestalt der Urbanität, eben eine “gute Mischung”, kulturell vielfältig und gleichzeitig bodenständig und unaufgeregt.
Im zweiten Teil interessierte uns Ihr Alltag: Unser Interesse galt dabei insbesondere den Orten, an denen Sie entweder zufällig oder verabredet Nachbar:innen treffen und ins Gespräch kommen. Dabei handelt es sich um Orte der alltäglichen Begegnung wie die Supermärkte, der Marktplatz, die Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs und der öffentliche Straßenraum insgesamt. Im Weiteren die Bewegungen des Alltags inklusive der dafür notwendigen Mittel wie beispielsweise das Fahrrad, den E-Roller, Bus oder auch das Taxi. Im Vergleich der unterschiedlichen Bewegungsmuster zeigt sich auch die Zu- und Unzugänglichkeit bestimmter Stadtgebiete in und um Rothenburgsort herum. Denn den Stadtteil verlassen, dafür gibt es nicht wenige Gründe, sei es für bestimmte freizeitliche Tätigkeiten wie beispielsweise das “Theater besuchen”, Einkäufe und Besorgungen besonderer Lebensmittel wie in kleineren Biosupermärkte und spezifische Adressen wie Ärtz:innen. Über diese Orientierung außerhalb des Stadtteil Rothenburgsort verschafften wir uns eine Annäherung an die Frage: Was fehlt hier? Und irgendwie fehlt es an einer Menge diverser Infrastruktur, die den Alltag erleichtern und bereichern würden und gleichzeitig ist auch viel da.
Im vierten und letzten Teil der Umfrage fokussierten wir uns auf Ihre Erfahrungen und Vorstellungen die Zukunft Rothenburgsort betreffend. Wir kontrastierten dabei konkrete Orte wie den Billhorner Platz mit der Zukunft Rothenburgsort allgemein, sowie übergeordneten Konzepten, wie dem öffentlichen Raum an sich. Auch haben uns Ihre Erfahrungen und Meinungen interessiert: Welche Plätze gefallen Ihnen? Was muss ein öffentlicher Ort können? Aneignungsoffene, konsumfreie, aber infrastrukturell angebundene bezahlbare Orte des Verweilens, der Begegnung, des Selber Machens für Viele. Dabei nicht standardisieren und Kompromisse schaffen, sondern ermöglichen, dass ein Neben- und Hintereinander unterschiedlichster Nutzungen und Nutzer:innen sich entlang ihrer Bedarfe und Möglichkeiten gut einrichten können. Gleichzeitig schwang insbesondere in der Beantwortung der letzten vier Fragen immer wieder mit: Kann ich mir das dann noch leisten? Bleibefreiheit (Redecker 2023) als zentraler Wunsch, Hoffnung und auch Angst so haben wir Sie hier verstanden, liegt dem Spannungsfeld zwischen Neu und Alt, erneuern und bewahren, bleiben und gehen zugrunde. Darauf gilt es im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung zu achten.
