
Foto: Miguel Ferraz Araújo
Die Umfrage als Test: Testspiele #4 Frühjahr 2025
Als ein materialisierter Auszug aus der Umfrage haben wir uns für einen Platz entschieden, genauer gesagt für die Herstellung eines Bouleplatzes. Die Vorstellungen, Ideen und Wünsche, was der öffentliche Raum in Rothenburgsort können soll, waren außerordentlich vielfältig. Eine Annäherung an gute öffentliche Orte für Alle suchten wir über die letzten vier Fragen im vierten Teil der Umfrage auszuloten und erhielten ganz unterschiedliche Antworten auf die Frage nach Lieblingsplätzen: von Rothenburgsort und anderen Stadtteilen in Hamburg, über Berlin, Paris oder New York.
Frage 25 führte Sie wieder zurück nach Rothenburgsort und fragte danach was der öffentliche Raum für Sie können muss, während Frage 26 auf den Billhorner Platz fokussierte, in dem wir von Ihnen wissen wollten wie der Platz für sie gestaltet sein müsste, dass Sie Lust haben diesen zu besuchen oder sich dort länger aufzuhalten. Frage 27 wiederum griff Ihre Wünsche für die Zukunft des Stadtteils Rothenburgsort insgesamt auf. Aus einem Zusammenschnitt dieser vier Fragen haben wir folgendes Thema herausgearbeitet: Es besteht der Wunsch nach mehr Räumen im Stadtteil, in denen Freizeitaktivitäten, mit und in der Nachbarschaft möglich sind. Die Herstellung eines Bouleplatzes stellte für uns eine konkrete Übersetzung, eines formulierten Wunsches, welcher vor allem nach nicht-kommerziellen Freizeit Orten fragt.

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Der Bouleplatz als Testspiele 4 umfasste dabei eine knapp 3-monatige Phase der Vorbereitung, Planung und Herstellung der Boulefläche, welche mit einem gemeinsamen Bouleturniers während des letzten Mai Wochenendes 2025 an die Rothenburgsorter:innen übergeben worden sind. Von Freitag bis Sonntag wurde dabei auf der Fläche des ehemaligen Skulpturenparks an dem direkt am Bouleplatz aufgebauten Klappwohnwagen, der sogenannten Anlaufstelle, Limonade, Waffeln, die Boulesets ausgegeben. Den zukünftigen Alster-Bille-Elbe Grünzug vorweg nehmend, platzierten wir die vier Ausstellungsständer, welche die Umfrage in Bildern der Wiener Künstler:in Alexander Paula Salem zeigte sowohl auf der Fläche der Boulebahn, als auch auf der gegenüberliegenden Seite im Garten des Mikropols. Hier baute sich auch die Hamburger Stiftung Baukultur (HSBK) mit ihrem Fahrrad, Tafeln und Hockern auf und lud gemeinsam mit uns vom projektbüro im Rahmen ihres derzeitigen Themas Baustelle zu einer Führung ein. Zusammen mit der Hamburger Stiftung Baukultur (HSBK) Hamburg Wasser gewinnen, uns in die Inhalte, Zeiträume und Logistik der imposanten Baustellenarchitektur an der Kreuzung Billhorner Mühlenweg/Billhorner Röhrendamm einzuführen. Besucht wurde die Baustellenführung außerordentlich gut. Nach der Führung luden wir alle Besucher:innen zu einem gemeinsamen Bouleturnier ein. Die Erwartung an das “Mehr” des Boulespiel löste sich an diesem Wochenende direkt ein. Bei sommerlichen Temperaturen unter schattigen Bäumen kamen noch unbekannte Nachbar:innen in Kontakt und ins Gespräch.
Nach dem Fest ist bekanntlich vor dem Fest, so richteten wir über das Wochenende der Testspiele hinaus eine Testphase des Bouleplatzes ein. Insgesamt drei Monate lang im Juni, Juli und August kündigten wir immer Freitags von 18-20h das gemeinsame Boulespiel in Rothenburgsort an. Dabei bauten wir die Anlaufstelle auf, gaben Limonade und das Bouleequipment aus, informierten über das Projekt, unsere Tätigkeiten und die zukünftig zu erwartenden baulichen Maßnahmen im Stadtteil und spielten natürlich Boule. An den Abenden, aber auch darüber hinaus fanden immer wieder diverse Bewohner:innen den Weg zum Bouleplatz. Dabei wurde deutlich, dass es hier um “mehr” als Boule geht. “Mehr” meint in diesem Fall, dass es vor allem um Begegnungen zwischen Nachbar:innen geht, dies über die unterschiedlichsten Länder und Sprachen hinweg. Gleichzeitig ging die Baustellensituation an der Kreuzung des Billhorner Röhrendamms/Billhorner Mühlenwegs nicht spurlos an uns vorbei. Die in der Umfrage bereits angemerkten äußerst schwierigen und teilweise unmöglichen Straßenüberquerungssituationen, ließen viel weniger Personen entlang des Billhorner Mühlenweg in Richtung Marckmannstraße spazieren. Wir hatten teilweise den Eindruck “in zweiter Reihe" zu liegen. Das ist natürlich nicht immer schlecht, gleichwohl waren wir in dieser Phase mehr Alster-Bille-Elbe Grünzug als Billhorner Platz.

Foto: Miguel Ferraz Araújo

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Auch wenn wir die Anlaufstelle seit dem Stadtteilfest in Rothenburgsort geschlossen haben, kann das Boulespiel weiterhin stattfinden. Wenn Sie Lust haben direkt zu spielen, können Sie das jederzeit tun. Das Equipment bestehend aus den sechs Boulekugeln, dem farbigen sogenannten “Schweinchen”, einer Handreichung der Regeln und einem alten Fahrradreifen als Wurfring, sodass auch sichergestellt ist, dass alle die gleichen Ausgangsvoraussetzungen zu Spielbeginn haben, liegt für alle Rothenburgsorter:innen und darüber hinaus im Mikropol am Billhorner Mühlenweg 13 zu deren Öffnungszeiten bereit - nicht wenige haben bis heute davon Gebrauch gemacht. Darüber hinaus ist der Bouleplatz als Sondernutzung bis zum Sommer 2026 genehmigt. Was darüber hinaus mit der Fläche passiert, ist bisher offen - wir arbeiten daran. Auf den nun folgenden sechs Seiten können Sie in das Spiel Boule, Pétanque, Boccia in seinen unterschiedlichen Begriffen, Anwendungen, Bedeutungen und das gemeinsame Spiel einsteigen.
Wir wünschen viel Spaß beim Schauen, Besuchen und Spielen!

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